Das Projekt „Vereinter Raum“ ist der Gegenwartskunst Zentralasiens gewidmet und ihrer historischen Wurzeln im Kulturerbe der Seidenstrasse. Dieser Landweg diente neben dem Handel mit exotischen Waren immer auch dem Ideenaustausch zwischen Asien und Europa in Malerei, Skulptur, Literatur, Musik, Architektur und Wissenschaft.
     Als Bewohner beider Welten – Zentralasien und Europa – ist es mein Anliegen, die umfangreichen künstlerischen und kulturellen Verbindungen von einst wieder aufleben zu lassen: Auf modernen Kommunikationswegen quer durch neue Informationsräume, doch ohne Verzicht auf universelle Überlieferungen und traditionelle Techniken.
     Nach 70 Jahren Kommunismus in unserer Region, sind nach dem Zerfall der Sowjetunion die Menschenrechte in den neuen unabhängigen Staaten Zentralasiens fast gewährleistet, damit auch die Freiheit der Kunst.
     Doch der Weg ins Licht ist schwer: der Kontrast von Schatten und Licht birgt die Gefahr der Verblendung in sich. Zur Schaffung einer neuen Identität der ehemals unterdrückten Völker, bedarf es jetzt vorallem der Kunst und Philosophie um den Übergang zu meistern.
     Bewusstseinserweiterung durch Kunst ist also zuerst angesagt, dann folgen die richtigen Lösungen für ökonomische und ökologische Probleme wie von selbst.
Wir Künstler Zentralasiens suchen unserer eigenen Identität wegen, zuerst den Vergleich, dann den offenen Dialog mit dem Westen. Zu diesem Zweck halfen österreichische Kultur- und Kunstschaffende beim Aufbau des internationalen Kulturaustauschprogramms „Vereinter Raum“, das in Kirgistan 2000 begann und im Usbekistan-Projekt 2003/04 und Kazakhstan 2005/06 seine Fortsetzung hatte. 2007/08 folgt das Projekt Tadjikistan...
     Künstler beider Länder leben und arbeiten miteinander. Und wenn nach Wochen gemeinsamen Werkens die Reflexion des einen in der Arbeit des anderen zu erkennen ist, hat Kommunikation stattgefunden.
     Wie (zeitweise) auf der Seidenstrasse.
Weiter ... Mansurschon Kasakbaev
Gründer & Kurator "Vereinter Raum"